Ausbilder werden – Infos zur Ausbildung der Ausbilder

In den Jahren zwischen 2003 und 2009 wurde die Ausbildereignungsverordnung (AEVO) außer Kraft gesetzt – nahezu jeder konnte in dieser Zeit tatsächlich ausbilden. Mit gravierenden Folgen, denn während die Abbruchquote enorm anstieg, sank die Übernahme der Azubis in die jeweiligen Betriebe nach deren Ausbildung deutlich. Ein klares Indiz, dass der Ausbilderschein IHK als Eignungsnachweis einen enormen Stellenwert hinsichtlich der Qualität besitzt. Daher gilt seit Ende Januar 2009 wieder die AEVO. In diesem Zusammenhang profitieren vor allem Unternehmen, die das duale Ausbildungssystem präferieren, denn dieses ist ein essenzieller Bestandteil der modernen Berufsausbildung.

Ist es möglich, mit dem IHK-zertifizierten Ausbilderschein direkt auszubilden?

Ist die AdA (Ausbildung der Ausbilder) erfolgreich absolviert, wird dieses Ergebnis von der IHK zertifiziert. Damit wird dem Teilnehmer bescheinigt, dass das theoretische Wissen über den Ablauf, Aufbau und die Gestaltung einer Ausbildung vorhanden ist. Hierbei handelt es sich explizit um den Nachweis der berufs-und arbeitspädagogischen Eignung. Darüber hinaus stehen auch die charakterlichen Eigenschaften des künftigen Ausbilders auf dem Prüfstand – die so genannten Soft Skills, also die soziale, persönliche und methodische Kompetenz. Auch derartige Kriterien sind für die weiteren Aufgaben von essenzieller Bedeutung, da nach der abgeschlossenen AdA der Umgang mit anderen Menschen zu den Kernkompetenzen eines Ausbilders zählt. Um die charakterliche Geeignetheit zu verifizieren, werden zahlreiche praxisnahe Prüfungsfragen gestellt, wobei der Teilnehmer auch sein praktisches Können unter Beweis stellen muss.

Der Ausbilderschein alleine reicht jedoch nicht aus, um der gewünschten Tätigkeit nachgehen zu können. Der angehende Ausbilder muss verpflichtend auch beweisen, dass er über das geeignete Fachwissen und notwendige Know-How verfügt. Fachlich geeignet ist in diesem Zusammenhang, der folgende Kriterien erfüllt:

  • Über eine abgeschlossene Ausbildung in seinem künftigen Ausbildungsberuf verfügt oder
  • Über eine langjährige und einschlägige Berufserfahrung verfügt oder
  • Eine einschlägige berufliche Qualifikation erlangt hat oder
  • Ein abgeschlossenes Studium absolviert hat

Gibt es spezielle Vorbereitungskurse zu einem Ausbilder?

Leider gibt es den einzigen Königsweg nicht, um sich in den obligatorischen Kursen auf die Ausbildereignungsprüfung vorzubereiten. Im Gegensatz zu anderen Prüfungsformen, die bestimmten schematischen Abläufen folgen und konkreten Voraussetzungen unterliegen, kann man sich zu Ausbildung der Ausbilder prinzipiell einfach anmelden und daran teilnehmen. Zwar entfällt im Rahmen eines Online-Kurses die Präsenzpflicht, doch ohne eine gute und individuelle Vorbereitung wird das Unterfangen in der Regel nicht von Erfolg gekrönt sein.

Die Prüfung beinhaltet immer einen praktischen sowie einen theoretischen Ausbildungsabschnitt. Beim praxisbezogenen Teil bestehen zum Beispiel die Optionen, eine Unterweisungsprobe durchzuführen oder eine Präsentation zu demonstrieren. In beiden Segmenten ist es von elementarer Bedeutung, den Prüfern authentisch zu verdeutlichen, dass der Prüfling den Ansprüchen und Herausforderungen eines Ausbilders gewachsen ist. Im theoretischen Bereich sollte es dem Teilnehmer unbedingt gelingen, die relevanten Theorien auch praktisch anwenden zu können.

Ferner ist es nicht ratsam, sich auf das reine Auswendiglernen zu beschränken. Nicht alle Fragen des Prüfungsausschusses finden sich im Lehrbuch, sondern beinhalten bevorzugt Themenkomplexe des realen Berufsalltags. Auch hier ist es essenziell, nicht nur die Theorie zu beherrschen, sondern diese als künftiger Ausbilder auch in der Praxis umzusetzen. Eine gute Vorbereitung auf die Ausbildereignungsprüfung ist also das Maß aller Dinge.

Wie kann man sich optimal auf die Ausbildung der Ausbilder vorbereiten?

Wer sich dazu entscheidet, die AdA zu absolvieren, verfügt über unterschiedliche Möglichkeiten für eine individuelle Vorbereitung. Zu den gängigsten Optionen zählen:

  • Selbstständig mithilfe von Lektüre das Wissen aneignen (autodidaktisch)
  • Kursangebote der IHK und HWK
  • Klassischer Präsenzunterricht über die Agentur für Arbeit
  • Online-Kurse

Bei sämtlichen Optionen gibt es Vor- und Nachteile, die die Absolventen individuell abwägen sollten. So müssen Autodidakten lediglich die Prüfungsgebühren und Kosten für ihre Lehrmittel tragen. Dafür kann sich die fehlende Hilfestellung jedoch schnell als nachteilig erweisen. Bei Online-Kursen, die auch in Form eines Video-Online-Kurs angeboten werden, profitieren die Teilnehmer in hohem Maße von der Zeit- und Kostenersparnis. Umständliche Fahrten zu den Lehrgängen entfallen ebenso wie die oftmals ungeliebte Präsenzpflicht. Wichtig ist es hierbei jedoch, einen seriösen Anbieter auszuwählen, der mit Erfahrung und Transparenz überzeugt.

Mit welchen Gebühren muss man rechnen?

Die Höhe der Prüfungsgebühren sind nicht zentral festgelegt und variieren – je nach Standort – der jeweiligen IHK teils erheblich. Eine Differenz von bis zu 120.- Euro ist durchaus realistisch. Daher ist es ratsam, sich auf der Website der zuständigen Organisation vorab zu informieren oder die Kosten auf eine andere Art und Weise in Erfahrung zu bringen.

Kann die Prüfung zum Ausbilder wiederholt werden?

Die Ausbildung der Ausbilder findet bundesweit Anerkennung. Wer den IHK Ausbilderschein  erlangen möchte, muss verpflichtend beide Ausbildungsabschnitte bestehen. Sobald bereits in einem Teil eine nicht ausreichende Leistung erbracht wird, ist die Prüfung nicht bestanden. Es besteht allerdings die Chance, die Prüfung zu wiederholen. Hier muss jedoch lediglich der Prüfungsteil wiederholt werden, in dem die Teilnehmer durchgefallen sind. Grundsätzlich kann eine Prüfung zwei Mal wiederholt werden. Allerdings ist dieses mit zusätzlichen Kosten verbunden, die die Hälfte der vollständigen Prüfungsgebühr betragen.

Fazit

Die AdA ist zwar kein Hexenwerk, dennoch ist eine gute individuelle Vorbereitung unbedingt zu empfehlen. Es gibt unterschiedliche Vorbereitungskurse, die den Weg zur Ausbildereignungsprüfung ebnen können. Die Prüfung gliedert sich in einen praktischen und theoretischen Teil. Im Erfolgsfall erhält der künftige Ausbilder ein IHK-Zertifikat, das bundesweit anerkannt ist. Die Prüfung kann zweimal wiederholt werden, wobei nur der Teil geprüft wird, der nicht bestanden wurde.

 

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